Adobe Photoshop: Beauty Retusche mittels Frequenztrennung

Was bedeutet Frequenztrennung?

Verwendungszweck
Die Frequenztrennung findet ihre Anwendung vorwiegend in der Beauty-Retusche bei Portraitfotografie. Generell geht es darum, Unebenheiten und Farbunterschiede in der Haut zu retuschieren. Mit klassischen Retuschetechniken (Kopierstempel,…) werden stets Farbe UND Struktur bearbeitet. Dies führt oft zu unerwünschten und/oder ungenauen Ergebnissen.
Aus diesem Grund trennt man die Farbbereiche des Motivs von den Strukturbereichen. Auf diese Weise können Hautunebenheiten losgelöst von den Farbbereichen entfernt werden. Im Umgang mit dieser Technik bestehen zahlreiche Herangehensweisen. Eine davon (aus meiner Sicht, die schnellste und einfachste Methode) sei hier beschrieben:

SCHRITT 1: Ebenen duplizieren

1.) Das Bild existiert vorerst nur als Hintergrundebene. Diese Ebene muss 2 x kopiert werden

 

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2.) Ebenen benennen
Die erste (untere Kopie) erhält die Bezeichnung „Farbe“, die zweite (oberste Kopie) erhält die Bezeichnung „Details“. Diese beiden Ebenen können auch in einer Gruppe zusammengefasst werden.

Bildschirmfoto 2015-03-09 um 11.40.15

SCHRITT 2: Bearbeiten der Ebene „FARBE“

1.) Ausblenden der Ebene „DETAILS“
2.) Umschalten auf die Ebene „FARBE“
3.) Anwenden des „Gausschen Weichzeichners“. Der Wert ist so zu wählen, dass KEINE Details mehr zu sehen sind, sondern nur noch „Farbflächen“. Der Wert variiert von Bild zu Bild unterschiedlich. Hier sind es etwa 3 Pixel.

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SCHRITT 3: Bearbeiten der Ebene „DETAILS“

1.) Einblenden und umschalten auf die Ebene „DETAILS“
2.) Menü —> BILD —> BILDBERECHNUNGEN
3.) Die Ebene „FARBE“ auswählen, Mischmodus auf „SUBTRAHIEREN“ einstellen, Skalieren erhält den Wert „2“, der Versatz wird auf „128“ eingestellt. Diese Werte basieren auf Erfahrungswerten, die sich offenbar bei dieser Technik bewährt haben. (Nicht weiter darüber nachdenken). Dieser Schritt führt ein ähnliches Ergebnis hervor, wie der Filter „HOCHPASS“.
4.) Einstellen des Ebenenfüllmodus für die Ebene „DETAILS“ Wert: „LINEARES LICHT“.
5.) Blendet man nun die beiden Kopien aus, sieht das Original identisch aus, wie die beiden Kopiebenen gemeinsam (das ist das primäre Ziel). Dieser Vorgang (Schritt 2 und Schritt 3) ist die eigentliche Frequenztrennung)

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SCHRITT 4: Die eigentliche RETUSCHE

1.) Die Haut des Models ist relativ unrein, diese Unebenheiten müssen nun entfernt werden. Hierzu eignet sich idealerweise der Kopierstempel (alt aber gut).
2.) Es ist darauf zu achten, dass die Ebene „DETAILS“ ausgewählt ist.
3.) Den Kopierstempel einstellen auf den Wert „AKTUELLE EBENE“.
4.) Danach mit gedrückter „ALT-TASTE“ einen Bereich in der Nähe der Unebenheit „Pickel, etc. …) aufnehmen.
5.) Übertragen der aufgenommenen Bereiche auf die Unebenheiten. Auch Augenschatten und Glanzstellen können damit sehr gut retuschiert werden.
6.) Farbretuschen (fleckige Hautpartien) müssen im Bedarfsfall auf der Ebene „FARBE“ mittels Maskentechnik auf jene Bereiche, die zu korrigieren sind, angewandt werden.
6.) Vergleichen zwischen Original und Ebenengruppe.

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Bildschirmfoto 2015-03-09 um 11.58.33

ALTERNATIVE: DETAILEBENE mit dem Filter „HOCHPASS“ bearbeiten

Anstelle der Bearbeitung der Ebene „DETAILS“ mit der BILDBERECHNUNG (siehe Schritt 3) ist es auch möglich, die Ebene „DETAILS“ mit dem Filter „HOCHPASS“ zu bearbeiten. Hier also die Alternative zu Schritt 3:

1.) Umschalten auf die Ebene „DETAILS“
2.) Menü —> BILD —> KORREKTUREN —> HELLIGKEIT/Kontrast (Aktivieren des Kontrollkästchens „Früheren Wert verwenden“. Einstellen des Kontrasts auf „-50“ (dies sind wieder Erfahrungswerte, die generell genutzt werden können.) Achtung: Zuerst das Kontrollkästchen aktivieren und dann erst den Wert eingeben, sonst verschwindet der Wert wieder.
3.) Menü —> FILTER —> SONSTIGE FILTER —> HOCHPASS
4.) Der Radius des Hochpass-Filters muss identisch zu Gausschen Weichzeichnung gewählt werden (in diesem Beispiel also 3 Pixel).
5.) Einstellen des Ebenenfüllmodus auf „LINEARES LICHT“
6.) Anschließend mit dem Schritt 4 fortfahren.

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Manchmal ist es besser diese Alternative zu wählen, dies variiert jedoch von Bild zu Bild.

Zusammenführung von Druckvorstufe und Vertrieb – Kommunikation mit dem Kunden

Die räumliche und organisatorische Zusammenführung von Vertrieb und Druckvorstufe offeriert Chancen, den Umsatz und den Deckungsbeitrag von Druckwerken zu steigern in dem die Druckvorstufe zukünftig als Serviceabteilung vermarktet wird. Mindestens jedoch werden durch diese Strategie interne Prozesse verschlankt und Informationswege massiv verkürzt. Umfassende Datenaufbereitung zur kostenpflichtigen Dienstleistung zu erheben – wozu es höchste Zeit ist – muss jedoch strategisch und operativ geplant werden.

Die größte Herausforderung liegt darin, den Kunden nachvollziehbar darüber zu informieren. Schnellschüsse sind dabei äusserst kontraproduktiv und gehen meist nach hinten los.

Liefern Sie Mehrwert!

Drucken kostet Geld – viel Geld. Klären Sie den Kunden darüber auf, welche Nachteile fehlerhafte Druckdaten haben und zeigen Sie ihm Beispiele. Schnüren Sie Komplett-Pakete und staffeln Sie die Preisbildung. Das Argument „Mehr Leistung kostet mehr Geld“ versteht auch der Kunde. Aber nur dann, wenn er Auswahlmöglichkeiten hat. Das Auto mit Ledersitzen ist nun mal etwas teurer als das Auto mit Stoffsitzen. Welchen Vorteil hat der Kunde, wenn er die Druckdaten vollständig durch Sie kontrollieren und korrigieren lässt?

 Schulen Sie Ihre Kunden!

Konnten Sie Ihren Kunden schon einmal transparent machen, aus wie vielen einzelnen Schritten eine Druckproduktion besteht? Haben Ihre Kunden schon einmal eine Druckmaschine oder einen Belichter aus der Nähe gesehen? Exklusive Kundenveranstaltungen mit Eventcharakter helfen dabei, das Verständnis für die Arbeit herzustellen.

Konzentrieren Sie sich dabei auch auf die Abläufe in der Datenaufbereitung und weihen Sie Ihre Kunden in die Geheimnisse der Druckvorstufe und den damit auftretenden Herausforderungen ein.

Nehmen Sie Ihre Kunden an die Hand!

Der Alltag in der Druckdaten Aufbereitung ist häufig identisch. Der Kunde entschließt sich einen Auftrag in der Druckerei zu platzieren. Dem Kunden wird erklärt, wie die Druckdaten angeliefert werden müssen. Die Anlieferung der Druckdaten erfolgt heute ohnehin in digitaler Form als PDF. Die genauen Zusammenhänge und Eigenschaften der PDF-Daten sind ihm jedoch unbekannt. Die Daten haben gravierende Fehler.

Der Kontakt zwischen dem Kundenberater und dem Kunden ist während der Produktion oft eher sporadisch. Dies ändert sich rasch im Reklamationsfall, aber da ist es bereits zu spät.

Welches Feedback erhält der Kunde nach seiner Datenanlieferung? Meistens wird der Kunde nur kontaktiert, wenn Fehler an den Daten festgestellt wurden. Oft findet das Gespräch dann auch mit einem Experten aus der Druckvorstufe statt, der den Kunden nicht kennt. Das Fazit: Beiderseitiges Unverständnis und schlimmstenfalls sogar Ärger.

Geben Sie dem Kunden nach der Datenanlieferung auch positive Rückmeldungen. Denn das ist wieder ein Anknüpfungspunkt um die Beziehung zwischen Kunde und Druckerei zu festigen.

Zusammenlegung von Vertrieb und Druckvorstufe – Mit geballter Kraft für den Kunden

Das Druckgeschäft stagniert zur Zeit, bzw. sind die Zahlen teilweise stark rückläufig. Die Druckindustrie sucht händeringend nach Erklärungen. Mögliche Gründe für diese Tatsache können unter anderem sein:

  • Der Markt für digitale Publikationen wächst stetig
  • Die Investitionsbereitschaft für aufwändige Druckproduktionen sinkt
  • Aufträge bei Online-Druckdienstleistern steigen
  • Der Preisdruck, dem Druckbetriebe ausgesetzt sind, wird immer stärker
  • Der Deckungsbeitrag für Druckproduktionen liegt teilweise im negativen Bereich, da zahlreiche Dienstleistungen rund um die Aufbereitung von Druckdaten nicht fakturiert werden (können?)

Was tun?

Eine erste und leider auch sehr oft praktizierte Maßnahme, ist die Reduzierung von Personalkosten insbesondere im Bereich der Druckvorstufe. Gerade die Druckvorstufe ist jedoch ein maßgeblicher Faktor um den Dienstleistungsaspekt rund um die Produktion zu optimieren. Denn genau dort liegt das Know how verborgen, welches bei zahlreichen Kunden fehlt um ordnungsgemäße Daten für einen qualitativ hochwertigen Druck anzuliefern. Kostenlose Datenreparatur? Kaufmännischer Selbstmord!

Häufig ist es der Fall, dass fehlerhafte Druckdaten erst in der Druckvorstufe auffallen. Trotz mittlerweile stark automatisierten Lösungen, welche in der Lage sind Standardfehler zu beheben, bleibt ein großer Anteil von manuell zu behebenden Fehlern übrig. Der Zeitaufwand für manuelle Korrekturen kann über einen Arbeitstag gerechnet häufig mehrere Stunden umfassen. Hierbei handelt es sich um Aufwände, welche der Kunde unter Umständen gar nicht mitbekommt, bzw. welche über den Aspekt „Dienst am Kunden“ als Serviceleistung kostenlos auf interne Kostenstellen gebucht werden.

Das Fazit daraus? Der Deckungsbeitrag rutscht in den negativen Bereich. Bei mehreren Druckjobs pro Tag verliert der Druckbetrieb über ein Geschäftsjahr hinweg gegebenenfalls mehrere tausend Euro. Häufig wird als Argumentation angeführt: „Wenn wir Datenfehler nicht kostenlos beheben, wechselt der Kunde zu einer anderen Druckerei.“ Das drohende Damokles Schwert in Form des Satzes: „Hm, eigenartig, die anderen Druckereien haben mit meinen Daten nie Probleme.“ führt oft zur Defensivhaltung der Druckerei und vielleicht zu dem Gedanken, noch mehr Investitionen in vollautomatische Prüf- und Korrekturmechanismen vorzunehmen. Doch ist das wirklich eine adäquate Lösung?

Beobachten Sie den Wettbewerb in der virtuellen Welt!

Ein Lösungsansatz könnte ein kritischer Blick jenseits der konventionellen, ansässigen und regionalen Druckbranche sein – die Online Druckereien. Was machen Online Druckereien anders?

Sie verfügen über messerscharf abgestimmte digitale Prozesse von der Auftragserteilung über die Datenanlieferung bis hin zur Abfrage des Auftragsstatus und das bei Preisen, die weit unter den Preisen von ansässigen Druckbetrieben liegen. Auf fehlerhafte Druckdaten wird knallhart per E-Mail hingewiesen. Verbunden mit dem Angebot neue Daten zu senden, oder die Korrektur der Daten durch den Dienstleister kostenpflichtig vorzunehmen. Selbstverständlich mit dem Vorbehalt der Verschiebung des Liefertermins.

Können ansässige Druckbetriebe das auch, oder gleicht dies einem Verrat am Servicegedanken? Sind regionale Druckereien überhaupt in der Lage sich auf einen Kampf mit Onlinedruckereien einzulassen? Dies gleicht zunächst einem Kampf wie David gegen Goliath. Ganz so aussichtslos erscheint dies jedoch nicht. Aber die Preise proportional mit dem Online Dienstleister zu senken ist völlig abwegig.

Zusammenlegung von Druckvorstufe und Vertrieb – eine sinnvolle Maßnahme? Ich sage, ja!

Durch eine Zusammenführung von Vertrieb/Kundenbetreuung mit der Druckvorstufe ist es denkbar, ein neues Umsatz bringendes „Profit Center“ zu erschaffen. Die Mitarbeiter des Vertriebs/Kundenbetreuung verfügen über das kaufmännische Know how und können den Kunden besser einschätzen, da sie in stetigem Kontakt zum Kunden stehen. Freilich sind nicht alle Mitarbeiter des Vertriebs/Kundenbetreuung in der Lage drucktechnische Beurteilungen abgeben zu können.

Diese Fertigkeiten obliegen den Mitarbeitern der Druckvorstufe. Kleine Fehler in Druckdaten können weiterhin automatisiert behoben werden. Über umfangreichere manuelle Korrekturen, die einen Aufwand von über einer Stunde verursachen, kann gemeinsam abgestimmt werden. Der Kundenberater kann auf diese Weise in kürzester Zeit den PERSÖNLICHEN Kontakt zum Kunden herstellen und mit ihm gemeinsam eine tragfähige Lösung erarbeiten. Im Idealfall sorgt diese Strategie für eine engere Kundenbindung und gewährleistet persönlichen Kontakt. Der Kunde wird nicht im Stich gelassen auch wenn es mal klemmt. An einer Tatsache ist nicht zu rütteln: Sowohl die Druckerei, als auch der Kunde haben einen hohen Anspruch auf eine hervorragende Druckqualität. Um diese zu erzielen müssen Kunde und Druckbetrieb an einem Strang ziehen.

Wie kann dieser, zur Zeit noch unkonventionelle Schritt erfolgen?

Möglicherweise werden durch diese Maßnahme in beiden Disziplinen Vertrieb und Druckvorstufe vorerst keine Begeisterungstürme ausgelöst. Die Sicht des Vertriebs: „Ich bin hier um zu verkaufen!“ ist ebenso verständlich wie die Meinung der Druckvorstufe „Was geht uns der Vertrieb an, wir sind Techniker!“ Ein erster wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der Gemeinsamkeit sowie in der positiven Einstellung sich in die anderen Bereiche hineinzuversetzen. Sinnvoll ist es zu Beginn beide Bereiche behutsam und sorgfältig zu analysieren und die jeweiligen Synergien und Defizite sachlich auszuarbeiten.

Danach müssen beide Bereiche grundlegend in der jeweils anderen Disziplin geschult werden. Aus einem kaufmännischen Mitarbeiter kurzfristig einen Techniker zu machen ist ebenso unmöglich wie in aus dem Techniker einen Vertriebsprofi zu machen. Anschließend werden die bestehenden Prozesse unter Einbeziehung der bereits existierenden, technischen Automatismen neu konzipiert und überdacht. Der Umgang mit der Kommunikation mit den Kunden wird die nächste Herausforderung sein. Darüber können Sie in einem der nächsten Blogeinträge nachlesen. CNU